PALMYRA

Ein Essayfilm
von Hans Puttnies

Stimmen zum Film

»Palmyra« ist das Werk eines gleichermaßen Liebenden und Verzweifelten… denn den Tod von Menschen gewichtet Puttnies höher als den von Bauwerken. Um zu verstehen, was der Terror mit uns anstellt, ist dieser Essayfilm wichtig.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Dass dieser Film einen regulären Verleih gefunden hat, ist ein unverhofftes Geschenk. Man wünscht ihm möglichst viele Zuschauer.

Andreas Kilb, FAZ

Allein die Bilder des antiken Palmyra sind wunderschön und es schmerzt der Verlust.

Rolf Brockschmidt, Tagesspiegel

Ein filmischer Essay, der zum Nachdenken über das europäische Verhältnis zum Orient anregt.

Silvia Bahl, Programmkino.de

»Palmyra« ist ein eminent politischer Film.

Rüdiger Suchsland, SWR 2

Man kann mit dem Film das Sehen neu lernen und wird danach auch an anderen Orten wacher unterwegs sein.

Bernd Rebhandl, tip Berlin

Selten hat mich ein Film so überrascht, so verblüfft, so berührt wie dieser Film.

Claudia Schulmerich, Weltexpresso.de

Puttnies hat einen großen Anspruch: Er will unseren westlichen Blick dekonstruieren.

Hannah Lühmann, Die Welt

So ist »Palmyra« kein Essayfilm, der nur den Zerstörungen nachtrauert, sondern liefert jede Menge Anregungen, darüber hinaus nachzudenken.

Barbara Schweizerhof, epd film

Die Tragödie von Palmyra, der Verlust von Geschichte, er wird hier zu einer persönlichen, menschlichen Geschichte, an die wir uns ohne den Film nicht mehr erinnern würden, weil auch dafür in den Geschichtsbüchern kein Platz ist.

Oliver Armknecht, Filmrezensionen.de

Trailer

Über den Film

Ein Essayfilm von Hans Puttnies

Im Sommer 2015 wurden die berühmten Tempel von Palmyra in Syrien durch den »Islamischen Staat« zerstört. Die meisten Menschen begriffen nicht, dass nun ein viel größeres Verbrechen begann: das Assad-Regime bombardierte rücksichtslos die direkt daneben liegende moderne Stadt Tadmor und machte die Familien, die von den Denkmälern gelebt hatten, zu Flüchtlingen in Europa.

In dem engagiert-politischen Film »Palmyra« ergreift Hans Puttnies die Partei dieser Menschen. Er filmte als Einziger vor dem Krieg das Nachleben der Antike in Palmyra: Archäologie und Diktatur im Einklang mit Bildungstourismus. Sein abendfüllender Essayfilm zeichnet kritisch den Weg nach, der zu dem überhöhten »Weltkulturerbe« führte, das im Krieg allen Parteien als Propaganda dienen konnte – und das doch die geliebte Heimat vieler Menschen war.

Fotos

  • Palmyra — Foto 1
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  • Palmyra — Foto 7
  • Palmyra — Foto 8

Filmstruktur

Der Film in acht Kapiteln

  1. Erstes Kapitel

    Hingehen und Sehen

    Ein Mensch geht mit der Kamera am Auge allein an rätselhaft schönen Tempeln und Kolonnaden vorbei, die sich weit in die Wüstenlandschaft erstrecken. Er ahnt nicht, daß er damit ein Seherlebnis überliefern wird, das man nur noch in diesem Film haben kann. Palmyra wurde im Krieg 2015 weitgehend zerstört.

  2. Zweites Kapitel

    In Bildern Lesen

    Die Ruinen von Palmyra waren im 18. Jahrhundert eine Art Fata Morgana, die von antikensüchtigen Gentlemen mit Kupferstichen beschworen wurde. Die vielen Nachstiche ihrer Bilder verfestigten dann die Idee einer verzauberten Stadt, die nur darauf wartete, von Europäern wachgeküßt zu werden.

  3. Drittes Kapitel

    Einen Tempel Begreifen

    Wer die Rampe zur Cella des Bel-Tempels betrat, wurde sich seiner religiösen Zwergenexistenz bewußt und konnte die Götter noch in den herabgestürzten Ornamenten ertasten. Doch der Tempelbezirk war auch jahrhundertelang eine arabische Kleinstadt, die von den Archäologen spurlos demontiert wurde.

  4. Viertes Kapitel

    Ausgraben und Besitzen

    Der Hobbyarchäologe Wilhelm II. sorgte im Ersten Weltkrieg dafür, daß deutsche Forscher Palmyra erstmals untersuchen konnten. Die siegreichen Franzosen gruben dann in den Ruinen und restaurierten sie mit anderen europäischen Nationen zum touristisch erfolgreichen »Weltkulturerbe«.

  5. Fünftes Kapitel

    Einen Krieg Herunterladen

    Im Kreuzzug des Islamischen Staats fielen die Tempel und Grabtürme, bevor Palmyra für die russische Propaganda zurückerobert und wieder verloren wurde. Wir erlebten dies alles medial als einen Kampf um unsere Kulturwerte, während die Menschen vor Ort starben und ihre Wohnstadt Tadmor in Bomben unterging.

  6. Sechstes Kapitel

    Erfahren und Überliefern

    Das Gold der Toten von Palmyra fiel meist schon im Mittelalter in die Hand von Grabräubern. Erst der moderne Kunsthandel schlachtete auch die Ahnenbilder der Turmgräber aus und erhob sie in den Rang kostbarer Kunstwerke. So geadelt konnte der IS sie zu Maschinengewehre umtauschen.

  7. Siebtes Kapitel

    Legenden Erzählen

    Zenobia war kurze Zeit Königin des palmyrenischen Reichs und endete in römischer Gefangenschaft. Aber die Legende ihrer angeblichen Rebellion wurde für Bücher, Opern, Gemälde und Filme ausgebeutet. Der syrische Staat benutzt sie nun als Propaganda-Statue für seinen »Denkmalschutz«.

  8. Achtes Kapitel

    Sich Anfreunden

    Eine Fahrt durch die friedlichen Straßen von Tadmor kann nicht das Grauen mitaufzeichnen, das nebenan im berüchtigten Foltergefängnis der Stadt herrschte. Später schildert der 15jährige Souvenirhändler Mohamad so eindrücklich sein Leben in den Ruinen, daß man die Antike erstmals als seine Heimat begreift.

Kritiken

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Erscheint am 20. November 2026 — zur Eröffnung der Ausstellung «Out of the Box» mit dem Nachlass von Hans Puttnies im Jüdischen Museum Frankfurt.

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  • Der Film »Palmyra« auf Blu-ray
  • Inkl. »Dammereez Diaries — Das Making Of« — ein Film von Daniel Kirschbaum
  • Booklet zum Film

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FSK 16Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG.

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Team

Hans Puttnies

Hans Puttnies

Kamera, Buch & Regie

Der Autor und Regisseur des Essayfilms »Palmyra« ist der Öffentlichkeit bisher kaum bekannt. Er hat zwar einige Bücher zur Bildgeschichte publiziert, aber damit nie den Mainstream angesprochen.

Über Hans Puttnies +

Der Autor und Regisseur des Essayfilms »Palmyra« ist der Öffentlichkeit bisher kaum bekannt. Er hat zwar einige Bücher zur Bildgeschichte publiziert, aber damit nie den Mainstream angesprochen. Seine Filmarbeit fand anonym in der Werbung statt, und die meiste Zeit verwendete er drei Jahrzehnte lang auf seine Lehrtätigkeit.

Biografie +

Hans Puttnies wurde 1946 in Jena geboren. Als Elfjähriger flüchtete er mit seiner Mutter in den Westen. Bei Horkheimer und Adorno begann er 1966 in Frankfurt am Main ein Philosophiestudium, das aber bald durch die aktive Teilnahme an der Studentenbewegung und die freie journalistische Arbeit für Spiegel (Fotos) und FAZ (Texte) in den Hintergrund trat. Erst 1976 konnte er bei Helmut Brackert mit dem medienhistorischen Traktat „Ursprung der deutschen Presse" promovieren.

Er redigierte zwei Jahre lang die Wirtschaftszeitschrift Topics und arbeitete als Texter in der Werbung, bevor er 1981 zum Professor für Kommunikationsdesign an die Fachhochschule Darmstadt berufen wurde. Hier lehrte er Fotografie und grafische Gestaltung, baute mit anderen den internationalen Fachbereich Media auf und begründete das Fach Medienkultur.

Als Kurator und Designer gestaltete er große Ausstellungen in Paris, Moskau und Berlin. Nach seiner Pensionierung 2009 gründete er das Zentralpark Archiv, in dem seine Sammlungen anonymer Fotografien und sein eigenes fotografisches Werk erschlossen werden. Er war von 1983 bis zu ihrem Tod 1991 mit der französischen Kunsthändlerin Nicole Andrillon verheiratet. Seine zweite Ehefrau Sigrid Brügel-Puttnies ist auch die Produzentin des Films »Palmyra«.

Hans Puttnies lebte nahe der Elbe in dem Biosphärenreservat, das die einstige Zonengrenze in Mecklenburg hinterlassen hat. Er verstarb 2020.

Bibliografie +
  • fotoform. Köln: Galerie Rudolf Kicken 1980
  • Atget. Köln: Galerie Rudolf Kicken 1980
  • Deutsche. Porträts der sechziger Jahre (mit Stefan Moses). München: Prestel 1980
  • Ursprung der deutschen Presse (Diss. Johann Wolfgang Goethe-Universität). Frankfurt am Main 1981
  • Design Process Olivetti 1908-1983. Frankfurt am Main: Olivetti 1983
  • Drei Tage mit James Joyce (mit Gisèle Freund). Frankfurt am Main: Suhrkamp 1983
  • Die Barbie Story. Dreieich: Mattel 1989
  • Benjaminiana (mit Gary Smith). Giessen: Anabas 1991
  • Catalogue de l'œuvre photographique Gisèle Freund (mit Gisèle Freund). Paris: Centre Pompidou 1991
  • Die Frau mit der Kamera (mit Gisèle Freund). München: Schirmer/Mosel 1992
  • Sergej Lobovikov. Ein russischer Meister der Kunstfotografie. München: Prestel 1995
  • Das Gesicht der Weimarer Republik. Menschenbild und Bildkultur 1918-1933. Berlin: Deutsches Historisches Museum und Einstein Forum 2000
  • Die Kunst des Lächelns. Ein Kulturkonzept für die Rhein-Main-Region (mit Studenten des Mediencampus Dieburg). Darmstadt: Identicon 2007
Daniel Kirschbaum

Daniel Kirschbaum

Schnitt, Ton & Musik

Wie vertont man einen Essayfilm? Dieses neue Filmgenre steht zwischen Spielfilm und Dokumentarfilm: Der Filmautor begleitet alle Bilder mit seiner Erzählstimme und beeinflußt als unsichtbarer Darsteller die Wahrnehmung des Kinozuschauers.

Über die Musik von »Palmyra« +

Wie vertont man einen Essayfilm? Dieses neue Filmgenre steht zwischen Spielfilm und Dokumentarfilm: Der Filmautor begleitet alle Bilder mit seiner Erzählstimme und beeinflußt als unsichtbarer Darsteller die Wahrnehmung des Kinozuschauers. Die Musik muß sich ihren Einfluß auf das Kinoerlebnis gegen diese Stimme selbst erkämpfen. Dies gelingt ihr in »Palmyra«, indem sie eine subjektive Rolle spielt und in den Sprechpausen und zwischen den Kapiteln aus dem athmosphärischen Hintergrund nach vorn tritt und die Thesen des Autors emotional kommentiert.

Wir haben es also mit einer selbstbewußten, jungen, aus der Sampletechnik des Hip-Hop hervorgegangenen Musik zu tun, die auch zu den Filmbildern eine ganz eigene Position bezieht. Sie bildet eine Soundscape, in der Geräusche überflüssig geworden sind, weil die Illusion eines realistischen Klangraums gar nicht mehr aufkommt. Auch hier bricht »Palmyra« mit der Dokumentarfilm-Tradition, die das authentische Bild stets mit einem gleichzeitig aufgezeichneten O-Ton unterlegte.

Die musikalischen Motive wirken dennoch nicht synthetisch. Sie sind fast vollständig elektronisch erzeugt, variieren und collagieren viele Samples aus digitalen Libraries in einer Weise, die im Hörer Erinnerungen an Naturklänge und Musikinstrumente hervorruft. So entsteht ein neuartiger Sound, der das Kinoerlebnis wesentlich mitprägt und als eigenständige Komposition fasziniert.

Biografie +

Daniel Kirschbaum konnte bei der Musikgestaltung für »Palmyra« auf ganz unterschiedliche Erfahrungen zurückgreifen. Er wuchs in Jekaterinburg in einer Künstlerfamilie auf, kam 1997 nach Deutschland und begann schon vor seinem Medienstudium an der Hochschule Darmstadt erste Beats zu kreieren und Songs zu schreiben. Er gründete die Internet-Band Pozitron und komponierte Musikstücke für die Rapper Sookee, Blessed Child, Captain Gips, Msoke und Refpolk. Über das Musiklabel Springstoff veröffentlichte er zudem mehrere Remixe. Händels „Acis und Galatea" modernisierte er 2011 im Hip-Hop-Stil am Staatstheater Koblenz.

Kirschbaum hat musikalisch viel mit Jugendlichen gearbeitet und Songs mit Immigranten-Kindern aus der Berliner Manege als CD produziert. Ein eigenes Musical „Plötzlich Zukunft" inszenierte er 2014 mit Schülern in Kyritz. Seinen Master of Media Arts erwarb er 2015 an der Hochschule Darmstadt mit einer Soundscape-Komposition für den Kirchenraum. Er lebt in Berlin.

Sigrid Brügel-Puttnies

Sigrid Brügel-Puttnies

Produktion

Sigrid Brügel-Puttnies ist die Witwe des Filmautors und Regisseurs Hans Puttnies (1946–2020) und Mitgesellschafterin des Zentralpark Archivs. Sie produzierte den Essayfilm »Palmyra«.

Über Sigrid Brügel-Puttnies +

Sigrid Brügel-Puttnies ist die Witwe des Filmautors und Regisseurs Hans Puttnies (1946–2020) und Mitgesellschafterin des Zentralpark Archivs. Sie produzierte den Essayfilm »Palmyra«.

Biografie +

Als Produzentin betreute sie die Projektentwicklung und Realisation der gemeinsamen Filme. Nach dem Tod ihres Mannes 2020 führt sie das künstlerische Erbe und das Zentralpark Archiv weiter.

Sie lebt in Frankfurt am Main.

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